Mitgegangen, mitgefangen

Inhalt

Aus einer gefährlichen Gruppe aussteigen

Es ist manchmal überhaupt nicht einfach aus einer gefährlichen Gruppe auszusteigen! Doch es gibt Mittel und Wege, es zu tun. 

Du bist Dir inzwischen nicht mehr so sicher, ob Du in Deiner Gruppe bleiben möchtest. Vielleicht fühlst Du Dich von den Anderen unter Druck gesetzt oder Du hast Angst vor den Konsequenzen, die die schlimmen Dinge, die Deine Gruppe anstellt, nach sich ziehen könnten. Vielleicht bist Du sogar nur noch aus Angst vor den Anderen bei einer schädlichen Gruppe dabei. Was tun?

Suche Verbündete, z.B. einen alten Freund oder eine alte Freundin, ein/-e Sozialarbeiter/-in, eine/-n Nachbarn/-in, Deine/-n Sporttrainer/-in oder Sportkollegen/-innen, eine/-n Pfarrer/-in…; egal wen, wichtig ist, dass Du mit dieser oder mit diesen Personen eine gute Beziehung hast (oder aufbauen kannst) und dass Du mit ihnen offen über Deine Situation sprechen kannst.

Erinnere Dich an Dein Leben vor der Gruppe: Mit wem hattest Du Kontakt? Wie sah Deine Freizeit aus? Fasse Mut und kontaktiere Deine ehemaligen Freunde, melde Dich bei Verwandten und guten alten Bekannten. Geh in einen Jugendtreff, in ein Jugendhaus oder an Konzerte, dann wirst Du neue nette Leute kennenlernen.

Hast Du Verbündete gefunden, brauchst Du trotzdem Kraft und Mut, um endlich die Gruppe zu verlassen. Da musst Du durch, wenn Du Dich von Deiner gefährlichen Gruppe befreien willst.

Es ist durchaus möglich, dass Dich die Gruppe nicht einfach gehen lassen wird. Vielleicht wirst Du sogar bedroht oder fertig gemacht. Gerätst Du in diese Situation, musst Du wissen, dass die Gruppe illegal handelt und dass Du Unterstützung bekommst. Um Dich zu schützen, kannst Du Dich an die Polizei wenden. Hast Du damit ein Problem, kontaktiere eine Opferhilfeberatungsstelle, um mit erfahrenen Erwachsenenen alternative Lösungen für Deine Zukunft zu suchen. 

Wir wissen, dass es schwierig ist, eine Gruppe zu verlassen. Die Gruppe war eine Zeit lang Dein Zuhause. Nach dem Ausstieg wirst Du Dich wahrscheinlich alleine fühlen und Dich nach Deinen alten Freunden zurücksehnen. Das kann schmerzhaft und mit einer langen Durststrecke verbunden sein. Die wenigsten schaffen den Ausstieg alleine. Desto wichtiger ist, dass Du auf die Unterstützung von Verbündeten zählen kannst.

Hast Du die Gruppe verlassen, beschäftige Dich wieder mit Dingen, die Dich früher interessiert haben, bevor Du in die Gruppe geraten bist oder suche nach neuen Interessen und Wegen. Sie werden Dir helfen, Deine damalige Gruppe mit der Zeit zu vergessen. Mehr Tipps findest Du unter „Zu viel Power?

Patronat
Autor/-in
Michael Miedaner
Christian Platz

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